Mit der Zweitlehre als Einstieg in die GLB Emmental startete Jonas Schüpbach seine Maurer Karriere im August 2011. Schon früh war für ihn klar, nach der Lehre zum Landwirt kommt gleich die Zweitausbildung zum Maurer.
Lehrabschluss als Landwirt und Zusatzlehre zum Maurer sowie die Weiterbildung zum Bauvorarbeiter. Es war mir von Anfang an klar, dass ich zuerst Landwirt lernen will. Auch die Zweitausbildung zum Maurer war schon sehr früh klar. Ich liebe es, zu betonieren. Danach habe ich auch viele Kurse besucht. Die waren sehr lehrreich, aber nicht so wegweisend wie die beiden Lehrabschlüsse. Die Polierschule habe ich nicht in Angriff genommen, weil schon früh klar war, dass ich den Betrieb meiner Eltern mal übernehmen werde. Zudem konnte ich auch ohne Polierschule viel Verantwortung übernehmen. Das war natürlich schön.
Dass ich am Abend jeweils sehen konnte, was den ganzen Tag über erarbeitet wurde.
Absolut. Es geht darum, das vom Planungsbüro geplante Projekt in die Tat umzusetzen. Am liebsten mag ich den Kontakt mit den Kunden und das Dabeisein an den Bausitzungen. So kann ich meine Erfahrung einbringen und dazu beitragen, dass die Baustelle erfolgreich geführt und abgeschlossen werden kann.
Meistens ist schon vieles geklärt, da aus dem Büro der Projektleitung viel definiert wurde. Auf den grösseren Baustellen gibt’s dann schon mehr Büroarbeit: Es gibt wöchentliche Bausitzungen, manchmal tritt Unvorhergesehenes auf, Entscheidungen müssen kurzfristig getroffen werden oder vor Ort zeigt sich, dass eine Lösung gemäss Plan nicht optimal ist. Gerade aus der Erfahrung heraus kann so etwas gut erkannt werden. Pro Tag also ca. 15 bis 30 Minuten. Ausser die Telefonanrufe werden noch dazugezählt, dann kann es schon pro Tag schon mal eine Stunde sein.
Mein Team und meine Familie sowie Freunde. Ohne Arbeitskollegen geht es auf dem Bau nicht vorwärts. Alleine auf der Baustelle ist als Maurer kaum etwas zu machen. Es fehlt dir immer eine Hand (lachend).
Die Arbeit auf der Baustelle. Betonieren mache ich besonders gerne. Auch die Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft ist meist sehr angenehm.
Eine Zeit lang wollte ich lieber keine Laien auf der Baustelle. Je nach Arbeit ist es einfach schwierig, jemanden mit einzubeziehen. Aber es gab auch Fälle, bei denen ohne die Mithilfe der Bauherrschaft die Arbeiten viel länger gegangen wären. Hier ein Beispiel: Ich konnte dem Bauherren erklären, welche nächsten Arbeiten anstehen, und wenn diese so gemacht würden, könnten wir am Montag beispielsweise dort weiterfahren. Bei dieser Baustelle war das einfach toll. Die Arbeiten wurden sauber und vollständig ausgeführt, sodass wir zackig vorwärtskamen. Viele der Bauherrenarbeiten beinhalten die Baustelle aufzuräumen und Kleinigkeiten vorzubereiten. Jedoch ist eines ganz klar: Für eine gute Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft braucht es eindeutig Menschenkenntnis (schmunzelnd).
Am Morgen im Büro die Baustellen besprechen. Dies jedoch nur zu Beginn der Woche oder des Umbauprojekts. Sonst treffen wir uns meist direkt auf der Baustelle und besprechen dort, was das Ziel vom Tag ist, wie das Bauprogramm aussieht und ob noch Materiallieferungen anstehen oder weitere Gewerke auf der Baustelle sind. Rapporte kontrollieren und Einsätze planen vor dem Start auf der Baustelle. Mir gefällt es, wenn ich lange an einer Baustelle arbeiten kann. Trotzdem ist es dann auch wieder schön, einmal wieder einen Tapetenwechsel zu haben. Das längste war bisher sechs Monate auf derselben Baustelle.
Das hat sich irgendwie so ergeben. Durch die Erfahrung und die Weiterbildungen, auch wenn es nur kleine waren, helfen dabei, den jungen Leuten das Handwerk des Maurers richtig zu zeigen und auf wichtige Details beim Arbeiten zu achten.
Es gab wirklich viele Arbeiten, die kaum noch vorkommen. Wir konnten auch von Anfang an mitreden und durften unsere Meinung kundtun. Anna Kohler war daher sehr offen für Rückmeldungen. Das Sichtmauerwerk vor dem Keller ist schon sehr schön und speziell. Das macht heute wohl kaum noch jemand von uns, denn diese Art von Arbeiten kommt nur noch selten vor. Auch das Sichtmauerwerk des Stalls wird heute kaum mehr so gemacht. Das war schon eine schöne Arbeit. Ich habe das auch nur dieses eine Mal gesehen und mitgewirkt. Deshalb war das schon sehr speziell.
Ja, es gibt Baustellen, welche ich nie vergessen werde. Gerne zeige ich meinen Kindern auch, dass ich bei diesem oder jenem Bau mitgeholfen habe. Etwas Schönes ist auch, wenn wir schon bei bestehenden Kunden weitere Arbeiten machen können. Alle auf der Baustelle kennen sich noch von den vorherigen Projekten und die Stimmung ist dann immer sehr gut. Das zeigt doch auch, dass Vertrauen und die Zufriedenheit der Bauherrschaft mit unserer Arbeit.
Ein gut funktionierendes Team. Nicht aufgeben. Immer einen passenden Weg suchen und diesen dann gehen.
Geht nicht, gibt’s nicht. Es ist strenge körperliche Arbeit auf dem Bau und der Durchhaltewillen ist schon etwas gesunken. Mein Tipp daher heisst: Dranbleiben ist eine gute Schule fürs Leben.
Es ist wichtig, dass wir den Lernenden aufzeigen, was wichtig im Berufsleben ist. Es geht darum, die jungen Leute auszubilden, welche auch in den Beruf passen und sich darin finden und entwickeln können. Der Spagat zwischen den knappen Bauprogrammen und der Zeit fürs Anleiten, Lernen und Praxisbilden auf dem Bau ist manchmal schon schwierig.
Nichts.
Gesundheit und viele tolle Projekte mit dem Team. Unfallfreie Baustellen und immer ein gutes Team dabei. Freude bei der Arbeit.
Es steht die Übernahme des bäuerlichen Betriebs der Eltern und Schwiegereltern auf dem Programm. Somit werde ich mein Arbeitspensum bei der GLB ziemlich reduzieren müssen.
Herzlichen Dank für diesen sehr authentischen Einblick in deinen Beruf und dein Leben auf dem Bau. Wir wünschen dir für die kommende Übernahme der Landwirtschaftsbetriebe viel Glück und Erfolg und hoffen, dich noch lange im Baumeister-Team zu haben. Auch wenn nur noch in einem stark reduziertem Pensum.