Lebensraum – der Weg zum naturnahen Garten

Bauherrin Melanie Gerber berichtet uns von Ihrem Weg zum naturnahen Garten – auf was achtete Sie bei der Umgestaltung und wie pflegeleicht ist der Garten jetzt? 

 

Erfahren Sie es jetzt in diesem Erfahrungsbericht!

8 min. Lesezeit
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Biodiversität, einheimische Pflanzen, Lebensraum für viele Tierarten, wenig Arbeit für Gärtnerin und Gärtner – das alles und noch vieles mehr bietet ein naturnaher Garten! Melanie Gerber, Bauherrin aus Langnau nimmt uns mit auf den Weg zu ihrem Naturgarten und berichtet über Ideen und Umsetzungen.

 

Kundenstimme Melanie Gerber erzählt...

Schon immer zog es mich nach draussen und beobachtete ich gerne den Wandel der Jahreszeiten: Das Rascheln des Laubes unter den Füssen im Herbst, das Summen und Brummen im Frühling und im Sommer, wenn Bienen und Käfer ihre Runden ziehen und im Winter die Vögel in den kahlen Ästen der Bäume. Genau das wollte ich auch im eigenen Garten – umso mehr, als es draussen immer lauter wird, für die leisen Tön der Natur aber immer weniger Raum bleibt. 

 

Blumengarten der Frau Wyss

Speziell an der Planungssituation war, dass der Garten zu einem schützenswerten Haus gehört, das zusammen mit den Nachbargebäuden den Ortskern von Langnau wesentlich prägt. Es galt also, den zugrundeliegenden Charakter des Gartens zu erhalten, diese Struktur jedoch mit dem Ziel einer naturnahen Gestaltung etwas aufzubrechen. Das Grundstück, auf dem das Haus steht, war vor dem Kauf durch den ursprünglichen Bauherrn als «Blumengarten der Frau Wyss» bekannt. Es wäre schön, wenn die jetzige Neugestaltung mit zahlreichen Wildblumen und –stauden sowie einem Schwerpunkt auf verschiedenen Wildrosensorten an diese Tradition anknüpften könnte.

 

Wilde Schönheit

Wesentliche Gestaltungsmerkmale des Gartens konnten beibehalten werden. Dazu gehören z.B. die beiden Hochstamm-Weissdorne, die den Garteneingang flankieren. Die Terrassen-Struktur des Gartens blieb ebenfalls erhalten, die beschädigte Trockenmauer wurde neu aufgeschichtet. Als Ersatz für den aufgrund des schattigen Standortes stark vermoosten Rasen wurde ein wildkräuterreicher Blumenrasen für Halbschatten-Standorte neu angesät.


Der vorhandene Sitzplatz konnte durch den Bau eines massiven Gartenhauses aufgewertet werden, was neu eine ganzjährige Gartennutzung erlaubt. Der hierdurch entstandene Bodenverlust wurde durch die Dachbegrünung beim Gartenhaus – ebenfalls mit einheimischen Wildkräutern – zumindest teilweise ausgeglichen. Die Natursteinplatten des ursprünglichen Sitzplatzes fanden beim Anlegen des neuen Gartenweges Verwendung.


Die platz- und lichtraubende Tanne im Vorgarten wurde durch eine lichtere Eberesche (Vogelbeere) ersetzt, was eine Unterpflanzung mit Wildrosen möglich machte. Die als invasive Neophyten klassifizierten Mahonien an der Hausseite wurden tiefgründig entfernt, um ein Durchwachsen zu verhindern. An ihre Stelle wurden ebenfalls einheimische Wildrosen gepflanzt, die für diesen relativ trockenen Standort unter der Dachtraufe gut geeignet sind.

 

Natürlichkeit

Bei der Umgestaltung zu einem naturnahen Garten legten wir Wert auf die Schaffung möglichst vielfältiger und standortangepasster Kleinbiotope. So gibt es bei den Hecken Schattenbeete mit Waldpflanzen wie Fingerhut, Taubnessel und Glockenblume. Strassenseitig bietet das mit Wandkies gestaltete Staudenbeet Platz für wärmeliebende und Trockenheit tolerierende Ruderalpflanzen wie Wegwarte, Wilde Möhre und Königskerze.


Holz wird verschiedentlich genutzt, um weitere Nischen für Insekten zu schaffen: So wurde der Wurzelstock der Tanne nicht entfernt, sondern verbleibt als Strukturelement im Boden. Teile vom Tannen-Stamm bilden im Kiesbeet eine angenehme Abwechslung fürs Auge. Der bestehende alte Flieder nähert sich langsam dem Ende seines Lebens. Seine beiden Stämme werden auch nach dem Tod des Baumes den Garten beleben, da sie in Zukunft als Stütze für Waldrebe (Clematis) und Kletterrose dienen.

 

Pflegeleicht

Ein naturnaher Garten ist pflegeleicht. Ganz ohne eine ordnende Hand kommt er zwar nicht aus – dann würden sich mit der Zeit einige wenige Pflanzen durchsetzen und die angestrebte Vielfalt bliebe auf der Strecke. Die Eingriffe erfolgen jedoch sanft und so wenig wie möglich: So muss das Herbstlaub nicht komplett abgefahren werden, sondern verbleibt als wertvoller Mulch auf den Waldbeeten. «Unkraut» jäten ist nur ein Randthema, wenn sich einige Pflanzen zu sehr ausbreiten wollen. Der Blumenrasen muss nur alle paar Wochen hoch gemäht werden, die Staudenstängel bleiben während des Winters stehen und bieten Insekten Unterschlupf zum Überwintern. So bleibt mehr Zeit, den Garten auch zu geniessen.

Die GLB bedankt sich bei Melanie herzlich für den spannenden Bericht sowie das entgegengebrachte Vertrauen und wünscht viele schöne Stunden im Naturgarten!

 

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Hecke

Am Fuss der Hecke aus einheimischen Eiben finden schattenliebende Pflanzen ihr Plätzchen –  die Natursteinplatten des ursprünglichen Sitzplatzes wiederverwendet. 

 

Ruderal

Das mit Wandkies gestaltete Beet bietet Lebensraum für wärmeliebende und Trockenheit tolerierende Wild-Stauden.

 

Flieder

Auch Pilze finden ihren Platz – nämlich  beim Baumstamm. Die Verbindung zwischen Baum und Pilz sorgt nicht nur für Austausch von Nährstoffen sondern auch für Schutz vor Schadstoffen.