Vom Informatiker zum Hilfsmonteur Heizung/Sanitär: Gaston Baumann erzählt

Von komplexen Programmierungen zu schweren Arbeiten auf der Baustelle – was bewegte den Informatiker dazu? Erfahren Sie es im persönlichen Bericht von Gaston Baumann.

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Weg vom Bildschirm, raus auf die Baustelle – Quereinsteiger Gaston Baumann erzählt uns seine Geschichte. «Ein schöner Slalomlauf, keine Metapher könnte mein Arbeitsleben besser beschreiben. Ich bin meinen Interessen und meinem Bauchgefühl gefolgt, manchmal auch dem Zufall und war damit erfolgreich. Gestartet als Informatiker, jahrelang in der Softwareentwicklung tätig, über den Bachelorabschluss in Medienwissenschaften und Soziale Arbeit bin ich bei der Gründung meiner eigenen Firma gelandet.

 

Im Fokus: Hilfsmonteur Heizung/Sanitär 

adventureworks – mixed reality events

Egal ob Firmen, Gruppen von Freunden oder Familien: ein aufregendes Abenteuer mit viel Spass ist garantiert. An der Grenze zwischen Realität und Fiktion werden einzigartige Outdoor-Escape Games mit kniffligen Aufgaben im Team gelöst. Diese Geschäftsidee konnte ich mit adventureworks in Realität umsetzen. 

 

Der Wechsel auf den Bau

Weshalb tauche ich denn jetzt im Kunden- und Mitgliedermagazin der GLB auf? Ich wollte weg vom Bildschirm, raus auf die Baustelle und mein handwerkliches Geschick anwenden. Doch dieses Schicksal lag nicht ganz allein in meiner Hand, sondern auch in derjenigen der Pandemie. Ein Jahr nach der Gründung meiner Firma traten die weitgehenden Einschränkungen ein, welche uns mit voller Wucht trafen und nahe an den finanziellen Ruin brachten. Weil ich aber vom Potenzial unserer Geschäftsidee überzeugt war, suchte ich nach einer vorübergehenden Nebenbeschäftigung, um über die Runden zu kommen – und die fand ich bei der GLB.

 

Sanitär- und Heizungsmontage live

Beinahe ein Jahr voller neuer Eindrücke der Sanitär- und Heizungsmontage ist vergangen. Noch immer bin ich dem tollen Team dankbar, wie offen und hilfsbereit sie mich aufgenommen haben. Ich konnte nämlich sehr schnell viel von ihnen lernen, sodass ich bald einfachere Aufträge allein erledigen konnte. Ein paar Tätigkeiten, die mir in Erinnerung geblieben sind, wenn ich zurückschaue: Eine frei stehende Badewanne in einer schönen Villa am Genfersee installieren, ein überdimensionaler und stinkender Öltank mit dem Schweissbrenner in Stücke zerschneiden und abtransportieren, die Montage von verschiedenen ökologischen Heizsystemen und die Freude darüber, wenn sie zum ersten Mal laufen – um nur einige zu nennen.

 

Meine Arbeit? Pures Glück!

Die Definition von Glück? Das machen zu dürfen, was ich gerne mache und dass dies sogar Früchte trägt – ganz unabhängig, in welchem Bereich. Mein eigenes Geschäft ist daher pures Glück für mich. Die Arbeit als Quereinsteiger rundet dies perfekt ab, ich schätze meine Teilzeitarbeit, das ist sehr fortschrittlich für die Baubranche. Die Arbeit ist vielseitig, herausfordernd und technisch relativ anspruchsvoll – das wird jeden Tag mit einem greifbaren Resultat belohnt. Ich sehe zudem viel Sinn darin, alte Heizsysteme zu ersetzen und einen Beitrag dazu zu leisten, dass meine Enkelkinder hoffentlich weiterhin im Winter einen Schneemann bauen können. Weiter geniesse ich als «Ungelernter» einen grossen Vertrauensvorschuss, das ist nicht in jeder Firma selbstverständlich. Es wurde mir aus einem Fehler noch nie einen Strick gedreht. Kurz: die GLB bietet mir «training on the job». Das war schon immer meine Art, mir neues Wissen anzueignen.

 

Vorurteile schnell beseitigt

«Was, du bist Informatiker und arbeitest auf dem Bau?» Diese Aussage habe ich auf dem Bau einige Male gehört. Letztendlich hat es weniger mit Ablehnung als mit Erstaunen zu tun. Dass ich noch dazu «studiert» bin, liess ich dann meistens weg (schmunzelnd). 

 

Der Blick in die Zukunft

Ich versuche, in den Tag hineinzuleben und alles zu nehmen, wie es kommt. Darum setze ich keine langfristigen Ziele. Ob wir trotzdem einen Blick in die Zukunft wagen sollen? Bis 2023 soll meine Firma wachsen, ich möchte mich auch in der französisch- und italienischsprechenden Schweiz etablieren. 

 
Res Kuhn, Fachleiter Heizung/Sanitär

Kuhn_Andreas

«Die Nachfrage nach Lösungen mit erneuerbaren Energien ist in den letzten Jahren förmlich explodiert. Wir wollen die Bedürfnisse unserer Kundschaft befriedigen, was enorme Kapazitäten unsererseits benötigt. Es gilt offene Stellen zu besetzen, doch auch unsere Branche wurde nicht verschont vom Fachkräftemangel. Die Luft auf dem Arbeitsmarkt ist momentan sehr dünn. So ist unsere Idee entstanden, Quereinsteigern und Quereinsteigerinnen eine Chance zu geben. Wie der Name verrät, sind diese Fachkräfte von Branchen, wo andere Strukturen, Systeme und Ziele verfolgt werden. Das bringt frische Energie mit wertvollen Ideen und neuen Ansichten in unser Team. Schlussendlich ist es eine Win-win-Situation, weil so beide Parteien profitieren.»

 

 

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