Böschungssicherungssysteme

Bevor eine Böschung verbaut werden kann, braucht es ein solides Fundament. Dabei ist nicht nur Tragfähigkeit gefragt, auch der Wasserabfluss muss sorgfältig geplant werden. Frostsicherer Kies sowie gegebenenfalls eine Drainageleitung sorgen dafür, dass sich hinter der Mauer kein Stauwasser bildet. 

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Eine Böschung soll nicht nur gut aussehen, sondern auch dauerhaft halten. Damit das gelingt, zählen drei Dinge: ein solides Fundament, eine sichere Entwässerung und die richtige Systemwahl.

 

Da für den Bau in der Regel ein Aushubgerät benötigt wird, sollte bereits im Vorfeld geklärt sein, ob Maschinen und Material problemlos zur Baustelle gelangen können. Neben der technischen Funktionalität spielt auch das Erscheinungsbild eine Rolle. Doch die Optik sollte nie allein den Ausschlag für die Wahl des Systems geben.

 

Natursteinmauer (2)_V2

 

Natursteinmauer

Diese Mauerart hält dem Erddruck mit ihrem Eigengewicht stand. Je höher die Böschung, desto massiver muss die Mauer gebaut werden und desto grössere Steine werden benötigt. Meistens werden die Steine ohne Mörtel trocken aufgeschichtet und mit leichtem Anzug gegen das Erdreich gesetzt.

 

Natursteine gibt es in vielen Varianten wie Granit, Gneis, Quarzit, Alpenkalk oder Jurakalk. Diese sind wetterbeständig, angenehm zu bearbeiten und passen sich gut in die Umgebung ein. Sie sind in verschiedenen Formen erhältlich. Zum Beispiel gespalten, gesägt oder gebrochen und reichen von plattig bis unregelmässig. Das Versetzen erfolgt mit einem Bagger. Bei wenig Platz oder schwieriger Zugänglichkeit kann mit kleineren Steinen gearbeitet werden, die von Hand gesetzt werden.

 

 

Betonstützmauer (3)_V2

Betonstützmauer

Diese wird direkt vor Ort erstellt. Dadurch sind Form, Länge und Höhe sehr flexibel. Beton ist fast wasserundurchlässig, weshalb das Erdreich dahinter gut entwässert werden muss.

 

 

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Winkelplatten

Winkelplatten sind Fertigteile aus Beton, die vor Ort eingesetzt werden. Sie ähneln optisch der Betonstützmauer, lassen sich aber schneller verbauen. Ihre Höhe ist auf etwa drei Meter begrenzt. Je höher die Platte, desto stärker muss das Versetzgerät sein. Die Platten sind in der Regel betongrau.

 

 

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Böschungselemente

Diese wasserdurchlässigen Steine werden auf einem Betonfundament, dem sogenannten Streifenfundament, verlegt. Sie werden nach den Vorgaben des Herstellers eingebaut und eignen sich für kleine Höhen ohne starken Erddruck. Eine Entwässerung kann je nach Situation trotzdem sinnvoll sein. Mit einer Teilbegrünung kann die Konstruktion optisch zurücktreten. Auch der spätere Pflegeaufwand sollte berücksichtigt werden.

 

 

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TerraMur2

Dieses System ist ideal für steile Böschungen, die begrünt werden sollen. Es kann spezielles Saatgut verwendet oder eine Bepflanzung vorgenommen werden. Die Pflege beschränkt sich meist auf zwei Schnitte pro Jahr. Bauhöhen bis drei Meter sind problemlos möglich. Ab dieser Höhe ist in der Regel ein statischer Nachweis erforderlich.

 

Fazit

Die vorgestellten Systeme lassen sich auch kombinieren. Diese Übersicht zeigt die gängigsten Varianten und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. So bleibt festzuhalten, dass für eine dauerhaft stabile und funktionierende Böschungssicherung nicht primär die Optik, sondern ein tragfähiges Fundament, eine zuverlässige Entwässerung und die passende Systemwahl entscheidend sind. Bereits in der Planung sollten Zugänglichkeit sowie Maschinen- und Materialeinsatz geklärt werden. Je nach Höhe, Erddruck, Bauzeit und gewünschter Gestaltung bieten sich unterschiedliche Lösungen an: Natursteinmauern wirken besonders natürlich, benötigen aber mit zunehmender Höhe mehr Masse; Betonstützmauern und Winkelplatten sind robuste, schnelle Varianten, verlangen jedoch eine effektive Hinterfüll-Entwässerung; Böschungselemente eignen sich eher für kleinere Höhen und können begrünt werden; TerraMur2 verbindet steile Bauweise mit Begrünung und ist bis etwa drei Meter meist unkompliziert, darüber häufig statisch nachweispflichtig. Insgesamt gilt: Das richtige System ergibt sich aus den technischen Anforderungen – die Gestaltung folgt danach. 

 

Für weitere Informationen stehen unsere regionalen Baumeisterabteilungen gerne zur Verfügung.