Neubau Füll- und Waschplatz für Feldspritze

Jürg Baumgartner, 15. Jul 2020

Unter anderem subventioniert der Kanton Bern bis Ende 2022 Landwirte, die Pflanzenschutzmittel einsetzen, mit dem Bau eines Füll- und Waschplatzes für Feldspritzen. Diese können pro Betrieb oder als Gemeinschaftsprojekte realisiert werden. Um die Grundwasservorschriften einhalten zu können wird der Bau eines solchen Platzes Pflicht werden.

Was steckt dahinter?
Das Risiko von Verschmutzungen des Wassers ist besonders beim Füllen und beim Waschen der Feldspritzen erheblich. Verschmutzungen dieser Art können bedeutsame Schäden in aquatischen Ökosystemen verursachen. Eine korrekte Handhabung beim Befüllen der Feldspritze sowie eine optimale Entsorgung von PSM-belastetem Waschwasser ist anzustreben und so das Risiko für die Umwelt zu minimieren. Das Befüllen und Waschen der Spritze muss auf einem befestigten und versiegelten Platz durchgeführt werden, wo das Abwasser oder verschüttetes Pflanzenschutzmittel in eine entsprechende Reinigungsanlage fliesst.
Es gibt mehrere Möglichkeiten diese Herausforderung umzusetzen. Die GLB kann sämtliche Bedingungen der Landwirte vor Ort planen und umsetzen.
Beim Nachfolgenden Projekt wurde ein Verdunstungssystem mit Paloxen gewählt.

1_Neubau_Wasch-Fuellplatz_Landwirtschaft_mit_Ziffern

Schritt für Schritt: Ablauf eines solchen Füll- und Waschplatzes:
  1. Mit Frischwasser oder eventuell auch mit gereinigtem Regenwasser ❶ werden die Feldspritzen auf dem Waschplatz befüllt und gereinigt (Aussenreinigung). ❷
  2. Das Schmutzwasser fliesst (unterirdisch) in den Schlammsammler, über den Kupferfilter. ❸
  3. Das Schmutzwasser fliesst (unterirdisch) weiter in den Pumpschacht. ❹
  4. Vom Pumpschacht wird es in den Wassertank gepumpt (unterirdisch). ❺
  5. Vom Wassertank wird das Schmutzwasser kontinuierlich in die Verdunstungsanlage gepumpt. ❻ Bei obigen Beispiel über Paloxen, welche mit Substrat (Humus- und Strohgemisch) befüllt sind. ❼
Wichtig zu wissen
  • Jährlich oder alle zwei Jahre muss dem Substrat neues Stroh zugemischt werden, um die Mineralisation der organischen Substanz zu kompensieren.
  • Nach circa 10 Jahren wird das Substrat (Humus- und Strohgemisch) überprüft und je nach Belastung auf den Äckern verteilt oder muss als Sondermüll entsorgt werden. Die Paloxen werden mit neuem Substrat gefüllt.
  • Sofern das Lagervolumen ausreichend ist und das Verdünnungsverhältnis den kantonalen Vorgaben entspricht, können Betriebe mit Tierhaltung die Abwässer über einen Schlammsammler direkt in die Güllegrube einleiten.
  • Auf jeden Fall sind die teilweise unterschiedlichen kantonalen Vorgaben zu beachten.


Die GLB Ökonomiespezialisten beraten Sie gerne zur idealen Variante für Ihren Betrieb.

Zum Kontaktformular

 

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links (Kanton Bern):
Berner Pflanzenschutzprojekt: Details zum Waschplatz

Bau und Betrieb von Waschplätzen sowie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) in der Landwirtschaft

Textquellen:
Kanton Bern/Landwirtschaft
agridea

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