Nachhaltig dämmen? Schafwolle!

Christian Gerber, 20. Jan 2021

Die richtige Wärmedämmung trägt einen wichtigen Punkt zum ökologischen Betreiben eines Gebäudes bei. Das Angebot der Dämmstoffe auf dem Markt ist gross. Unterschieden wird zwischen natürlichen, synthetischen und mineralischen Dämmstoffen. 

«Der Primärenergiebedarf eines Dämmstoffes gibt an, wieviel Primärenergie zur Herstellung des Produkts aufgewendet werden muss. Der Energiebedarf für den Einbau, Entsorgung oder Recycling ist im Primärenergiebedarf nicht enthalten.» Quelle: waermedaemmstoffe.com

Der Energieaufwand zur Herstellung von mineralischen sowie synthetischen Dämmstoffen wie beispielsweise Schaumglas oder PUR ist immens. Die benötigte Energie von Naturdämmstoffen dagegen ist sehr gering. Besonders positiv sticht die Schafwolle mit seinen Eigenschaften hervor.

Vom Schaf bis zur warmen Stube
In der Schweiz werden ca. 400'000 Schafe gezählt, welche jährlich 900 Tonnen Schafwolle produzieren. Die Schweizer Schafwolle wird primär zu Dämmmaterial und Bettdecken verarbeitet. Bei der Gewinnung dieses Rohstoffes wird stets auf das Wohl der Tiere geachtet. Die Wolle wird gewaschen und in wenigen Arbeitsschritten zu einer leistungsstarken Wärmedämmung produziert. 

High-Tech Produkt – erfunden von der Natur
Sämtliche Schafwolldämmprodukte sind effizient und angenehm zu verarbeiten. Das Naturprodukt juckt nicht, ist vielseitig einsetzbar und kann ohne Schutzausrüstung verarbeitet werden. 

Auch im Bereich der Akustikdämmung weist die Schafwolle mit dem hohen Eigengewicht von 27.5 kg/msehr gute Werte auf. Dank der Kräuselung der Schafwollfasern werden Schallwellen effizient gebrochen, wodurch störende Geräusche wirkungsvoll gedämpft werden können.

Schafwolle ist atmungsaktiv. Feuchtigkeit kann so ideal aufgenommen werden, ohne dass dies zu einer Beeinträchtigung der Wärmedämmleistung führt. Da Gebäude immer dichter und Dämmstärken dicker gebaut werden, ist es nötig, eine diffusionsoffene Dämmung mit einer feuchtevariablen Dampfbremse anzustreben. Auch wenn eine technisch anspruchsvolle Stelle der Luftdichtigkeitsschicht versagt, entstehen weniger Bauschäden, weil die Schafwolle Feuchtigkeit absorbiert und diese später wieder abgibt. 

Erstklassig und einmalig ist der Beitrag der Schafwolle zum Wohnraumklima. Schafwolle hat dank ihres natürlichen Keratins die positive Fähigkeit, Schadstoffe wie beispielsweise Formaldehyd zu binden und abzubauen. Wohngifte, welche nach wie vor in jedem Haushalt anfallen, können so ganz natürlich reduziert werden. 

schafwolldaemmung_1

Vorteile im Überblick
  • Schweizer Rohstoff, der nachwächst
  • Natürliches Produkt
  • Formstabil
  • Akustikdämmend
  • Luftreinigend – Abbau von Schadstoffen
  • Atmungsaktiv – gut fürs Wohnraumklima

Diese positiven Eigenschaften haben ihren Preis. Verglichen mit anderen Dämmmaterialien ist Schafwolldämmung daher teurer. Natürlich variiert der Preisunterschied je nach Auftragsgrösse und Bezugsmenge. Lassen Sie sich bei Unsicherheiten beraten, so kann der konkrete Mehrpreis kalkuliert werden.  

Anwendung
Schafwolldämmung gibt es als formstabile Dämmplatten, als weiche Dämmvliese sowie als Stopfwolle zur Wärmedämmung. Der Fugenzopf eignet sich hervorragend zum Stopfen von Anschlussfugen bei Türen und Fenstern. Dieses Produkt ist eine natürliche, echte Alternative zum PU-Schaum. Die Kombination Schafwolle und Holzfaserplatte ergibt im Sommer einen hervorragenden Wärmeschutz und im Winter eine effiziente Wärmedämmung. Angewendet wird Schafwolldämmung hauptsächlich in der Innen- und Kerndämmung sowie bei hinterlüfteten Fassaden. 

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Das Potenzial der Schafwolle ist noch lange nicht ausgeschöpft. Durch die Unterstützung des Schweizer Rohstoffes und die Einstellung «Wir sind dabei» können Sie sich und der Natur etwas Gutes tun.

In Zusammenarbeit mit der Partnerfirma Fisolan AG verbaut auch die GLB dieses nachhaltige Dämmmaterial. Kontaktieren Sie unsere Fachpersonen, wir beraten Sie gerne. 

Zum Kontaktformular

Quelle: fisolan.ch, waermedaemmstoffe.com

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