Moderne, nachhaltige Stromproduktion – aber so, dass sie sich dem Gebäude unterordnet, statt es zu dominieren. Genau das ist hier gelungen: unaufdringlich integriert, ohne die Architektur zu verwässern und ohne die Schönheit der Liegenschaft anzutasten.
Dachsanierung im Denkmalschutz im Berner Oberland
Im Berner Oberland durften wir kürzlich ein Projekt umsetzen, das uns fachlich wie auch menschlich besonders begeistert hat: die Sanierung eines aussergewöhnlichen Dachstocks – inklusive Integration einer Indach-Photovoltaikanlage. Was zunächst nach einer klassischen Dachsanierung klingt, entpuppte sich rasch als präzise koordinierte Spezialaufgabe. Der Grund: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Damit war klar: Hier gelten nicht nur technische Anforderungen, sondern auch strenge gestalterische Vorgaben. Und genau darin liegt der Reiz solcher Projekte – wenn Bausubstanz, Architekturgeschichte und moderne Energieproduktion zusammenfinden sollen.
Ein Haus mit architektonischer Handschrift: Ernst E. Anderegg und der Einfluss von Frank Lloyd Wright
Der Denkmalschutz kommt nicht von ungefähr. Das Gebäude trägt die Handschrift des Architekten Ernst E. Anderegg, der sich – wie in Fachkreisen bekannt – stark von Frank Lloyd Wright inspirieren liess. Diese Nähe zur organischen Architektur, die Einbettung in die Landschaft und die charakteristische Formensprache machen das Haus zu einem Zeitzeugnis, das über die Region hinaus Bedeutung hat.
Für die Bauherrschaft bedeutet ein solcher Schutzstatus allerdings: Jede Veränderung ist bewilligungspflichtig, jedes Detail wird geprüft – von Materialwahl und Aufbauhöhen bis zur Entwässerung und Dachansicht. Genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung einer Dachsanierung im Denkmalschutz.
Architektonische Besonderheiten des Gebäudes
Auflagen und Bewilligungen: So läuft eine Sanierung bei Schutzobjekten
Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist die Devise: Erhalten statt ersetzen – und wenn ersetzen, dann möglichst originalgetreu. Gleichzeitig muss ein Dach heute deutlich mehr leisten als früher: Dichtigkeit, Dämmung, Luftdichtheit, Entwässerung und – immer häufiger – auch die Integration von erneuerbarer Energie.
In unserem Fall war besonders anspruchsvoll, dass sich die geplante Konstruktion exakt in das historische Erscheinungsbild einfügen musste. Eine sichtbare Aufdachanlage kam deshalb nicht in Frage. Die Lösung: eine Indach-Photovoltaikanlage, die sich flächenbündig ins Dach integriert und dadurch deutlich zurückhaltender wirkt.

Perfekt platzierte Module für ein harmonisches Gesamtbild
Einlegerinne und Entwässerung: Warum das richtige Gefälle entscheidend ist
Eine zentrale Herausforderung war die Erstellung einer Einlegerinne (innenliegende Dachrinne). Damit eine innenliegende Entwässerung zuverlässig funktioniert, braucht es ein klar definiertes Gefälle. Dieses muss konstruktiv sauber hergestellt werden – sonst drohen stehendes Wasser, Undichtigkeiten und Folgeschäden.

Innenliegende Dachrinne und Dachlüftung
Dach anheben für millimetergenaue Konstruktion: So haben wir es gelöst
Um das erforderliche Gefälle überhaupt realisieren zu können, war es notwendig, das Dach gezielt anzuheben. Nur so liess sich die Konstruktion millimetergenau anpassen, ohne die historische Dachstruktur zu verfälschen oder den Charakter des Gebäudes zu beeinträchtigen.

Dachunterkonstruktion vorher

Dachunterkonstruktion nachher
Indach-Photovoltaik im Denkmalschutz: Solarstrom ohne Stilbruch
Gerade im Denkmalschutz ist Photovoltaik oft ein sensibles Thema. Mit einer Indach-Photovoltaikanlage lässt sich Solarstrom jedoch deutlich harmonischer integrieren als mit klassischen Aufdachmodulen:
- flächenbündige Optik statt aufgesetzter Module
- ruhigeres Dachbild (wichtiger Punkt bei Schutzobjekten)
- Kombination von Dachhaut und Energieerzeugung in einem System
Das Ergebnis: eine moderne, nachhaltige Stromproduktion, die sich dem Gebäude unterordnet – statt es zu dominieren.
Respekt vor der Geschichte und bereit für die Zukunft
Dieses Projekt zeigt eindrücklich, wie sich Dachsanierung, Denkmalschutz und Photovoltaik verbinden lassen, wenn Planung, Handwerk und Behördenkoordination sauber zusammenspielen. Dank der Zusammenarbeit unserer Abteilungen konnten wir Lösungen entwickeln, die sowohl den gesetzlichen Auflagen entsprechen als auch energetisch zukunftsfähig sind.
Am Ende steht ein saniertes Dach, das seine architektonische Identität bewahrt – und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zur Energiewende leistet.
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