Gestalterin von grünen Lieblingsplätzen – Doris Fankhauser

Schon als Kind wusste Doris, dass sie im Grünen zu Hause ist. Heute gestaltet sie als erfahrene Gartenbauleiterin individuelle Traumgärten mit Herzblut, Teamgeist und einem klaren Blick für Nachhaltigkeit. Ein inspirierendes Porträt über Leidenschaft, Mut und die Liebe zur Natur.

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Von der Kindheit im elterlichen Garten bis zur heutigen Teamleiterin. Doris erzählt, warum Natur, Nachhaltigkeit und Leidenschaft die Wurzeln ihres Erfolgs sind. Heute leitet sie bei der GLB Oberaargau den Bereich Gartenbau und gestaltet Gärten, die Menschen mit der Natur und sich selbst verbinden.

 

Wie bist du zum Garten- und Landschaftsbau gekommen?

Schon als Kind stand für mich fest: Ich will etwas mit der Natur machen. Ich habe meiner Mutter stundenlang im Garten geholfen. Dieses erfüllende Gefühl, zu sehen, wie etwas wächst, hat mich nie losgelassen. Mit 33 Jahren wollte ich jedoch etwas Neues ausprobieren und begann die Ausbildung zur Botschaftsschützerin bei der Kantonspolizei Bern. Aber nach einem halben Jahr war klar: Das ist nicht mein Weg. Mir fehlte das Leben im Grünen, der Wind, der Duft der Erde.

 

Beruf: Gärtnerin EFZ

Arbeitsort: GLB Oberaargau

Alter: 45 Jahre alt

Bei der GLB seit: März 2024

 

Doris Fankhauser, Leiterin Garten- und Landschaftsbau GLB Oberaargau, Langenthal

Doris Fankhauser, engagierte Leiterin des Garten- und Lanschaftsteam in Langenthal

 

Was fasziniert dich an deinem Beruf am meisten?

Es ist dieses Zusammenspiel aus Natur, Bewegung und Kreativität. Draussen zu sein, körperlich zu arbeiten und am Ende des Tages zu sehen, was erschaffen wurde, und die Bauherrschaft glücklich zu machen, das macht auch mich glücklich.

 
Hast du einen Lieblingsplatz in der Natur?

Einen festen Ort habe ich nicht. Mein Lieblingsplatz ist dort, an welchem ich Erde unter den Fingern spüre und Sonne im Gesicht habe. Sobald ich draussen bin, fühle ich mich am richtigen Ort.

 

Was war bisher deine grösste Herausforderung?

Nach einem halben Jahr in der GLB durfte ich die Leitung im Gartenbau übernehmen. Das war eine grosse Verantwortung, welche ich jedoch unbedingt annehmen wollte. Mit Ehrgeiz, Wille und einem grossartigen Team an meiner Seite ist mir dies gelungen.
Ich weiss heute: Führung heisst nicht, alles allein zu machen, sondern gemeinsam zu wachsen als Team.

 

Welche Trends beobachtest du aktuell im Garten- und Landschaftsbau?

Nachhaltigkeit und Biodiversität sind riesige Themen. Viele Menschen wünschen sich einen Garten, der nicht nur schön aussieht, sondern auch Sinn ergibt. Sie wollen langlebige Materialien, robuste Pflanzen und pflegeleichte Lösungen. Alte Gärten werden modernisiert, mit klaren Linien, trotzdem bleiben sie natürlich und lebendig.

 

Worauf legen Kunden heute besonderen Wert?

Auf Harmonie. Der Garten soll zum Haus passen, mit Farben, Formen und Materialien, die ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Gleichzeitig soll er pflegeleicht sein: Automatische Bewässerung, Rasenroboter, Mulchabdeckungen – all das wird immer wichtiger. Und natürlich geht’s um Lebensqualität: sitzen, essen, spielen, sich erholen. Ein Garten ist heute ein zweites Wohnzimmer unter freiem Himmel.

 

Welches Projekt ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Es ist eines dieser Projekte, das bleibt, auch lange nach der Fertigstellung. Ursprünglich war nur der Aushub geplant, doch am Ende durfte ich die komplette Umgebungsgestaltung planen und umsetzen. Mittlerweile bin ich die erste Ansprechperson der Bauherrschaft, wenn es darum geht, Lösungen zu finden.

 

Hast du Tipps für Menschen, die ihren Garten schön, aber pflegeleicht gestalten wollen?

Weniger ist oft mehr. Statt grosser Rasenflächen lieber robuste Bodendecker, Gräser oder Sträucher pflanzen. Am wichtigsten ist es, von Anfang an gut zu planen. Eine clevere Planung ist die halbe Miete für einen Garten, der schön bleiben soll.

 

Und was empfiehlst du für kleine Gärten oder Terrassen?

Die Höhe mit Kletterpflanzen nutzen. Wandkübel und Hochbeete brauchen wenig Platz, so entsteht viel Leben auf wenig Fläche. Helle Farben, natürliche Materialien und ein paar Lichtakzente machen kleine Flächen grösser. Und wer Kräuter oder Mini-Tomaten pflanzt, hat gleich ein Stück Genuss mit dabei.

 

Gibt es eine Pflanze, die dir besonders am Herzen liegt?

Ja, der Tierlibaum – er hat einen besonderen Wuchs und einmalige Blätter. Irgendwie eigenwillig, aber wunderschön, das gefällt mir.

 

Wie entspannst du dich nach einem langen, harten Tag?

Sport ist für mich ein sehr wichtiger Ausgleich. Ich fahre mit dem Rennrad nach Hause, gehe ins Fitnesscenter und dann freue ich mich auf einen gemütlichen Abend zu zweit mit unserem Hund Neela.

 

 

 

Hast du ein Lebensmotto?

«Nie ufgä». Herausforderungen gehören einfach dazu. Wichtig ist, nicht stehenzubleiben, sondern Lösungen zu finden.

 

Wenn du dich als Pflanze beschreiben müsstest – welche wärst du?

Eine Gazanie. Farbenfroh, sonnenliebend, zäh und trotzdem schön.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich persönlich?

Für mich ist Nachhaltigkeit eine Haltung. Ich will Gärten schaffen, die im Gleichgewicht sind, mit einheimischen Pflanzen, natürlichen Materialien und Rückzugsorten für Tiere. Schönheit und Verantwortung gehören für mich zusammen.

 

Welche Rolle spielt Teamarbeit in deinem Alltag?

Ohne Team läuft gar nichts. Vertrauen und Kommunikation sind alles. Wenn du dich aufeinander verlassen kannst, macht selbst ein anstrengender Tag Spass.

 

Was bedeutet deine Arbeitgeberin für dich?

Für mich ist die GLB mehr als ein Arbeitsplatz. Es ist ein Ort, an dem ich mich entwickeln und Verantwortung übernehmen kann. Ich fühle mich gesehen, respektiert und gefördert. Das macht einen grossen Unterschied.

 

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich liebe Bewegung. Rennradfahren, Wandern, draussen sein. Und gleichzeitig brauche ich Ruhezeiten und Zeit mit Familie und Freunden. Das gibt mir Kraft.

 

Gibt es etwas, das du am Schluss noch sagen möchtest?

Ja – einfach Danke. Für die Menschen um mich herum, die mich unterstützen, motivieren und an mich glauben. Das ist nicht selbstverständlich, und ich schätze es jeden Tag.

 

 

Danke, Doris. Mit dir wachsen Ideen zu Orten, an denen sich Menschen zu Hause fühlen. Wir fördern Persönlichkeiten wie dich, die anpacken – weil nur so aus Projekten Lieblingsplätze werden.