Mit Herz und Handwerk: Hans’ Weg durch 40 Jahre GLB

Vierzig Jahre im selben Unternehmen. Das ist heute alles andere als selbstverständlich. Bei Hans Gerber ist jedoch schnell spürbar, warum es funktionieren kann: weil Arbeit für ihn mehr ist als ein Auftrag, und weil Verlässlichkeit für ihn nicht verhandelbar ist.

 

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Seit April 1986 gehört Hans Gerber zur GLB. Angefangen als Bauarbeiter und gelernter Landwirt, später mit Maurer-Zusatzlehre, Weiterbildung und wachsender Verantwortung bis hin zur Bauführer-Tätigkeit.

 

Im April 1986 hat Hans Gerber seine Laufbahn bei der GLB gestartet. Der Werkhof der Baumeister war zu dieser Zeit noch im Weier im Emmental zuhause. Was geblieben ist, ist weniger der Ort als das Gefühl: anpacken, dazulernen, Verantwortung übernehmen Schritt für Schritt, Jahr für Jahr.

 

Beruf: Bauführer/Gruppenleiter Baumeister

Arbeitsort: GLB Berner Mittelland

Alter: 59 Jahre alt

Bei der GLB seit: April 1986

Hans Gerber

Gerber Hans, Gruppenleiter Baumeisterabteilung GLB Berner Mittelland in Thörishaus

 

«Der Start war doch ziemlich stotzig», sagt Hans heute offen. Doch wer ihn kennt, weiss: Er lässt sich nicht entmutigen. Und manchmal kommt die Bewährungsprobe schneller, als gedacht. Nach der Probezeit stand bereits die erste selbständige Baustelle im Talgraben an, eine Jauchegrube. Der damalige Chef habe nur gemeint: «Da geisch emal einisch». Ein Satz, der nicht nach grosser Pädagogik klingt, aber genau das ausdrückt, was Hans’ Karriere prägen sollte: Vertrauen und die Chance, daran zu wachsen.

 

Vom Landwirt zum Maurer und immer einen Schritt weiter

Hans wollte schon früh mehr als  «einfach nur mitlaufen“. 1989 absolvierte er die Zusatzlehre als Maurer. Ein wichtiger Meilenstein, fachlich wie persönlich. In den Anfangsjahren waren es vor allem landwirtschaftliche Bauten, die den Alltag bestimmten. Und auch wenn viele Baustellen inzwischen moderner oder komplexer wirken: Hans sagt rückblickend, die grössten Baustellen seien für ihn oft jene während der Lehrzeit gewesen. Dort habe er gelernt, sich auf die Arbeit zu verlassen und aufeinander.

 

Auch privat baute Hans sein Leben solide auf. 1994 feierte er Hochzeit mit Annegret. Ein paar Jahre später, 1997, entstand der neue Wohnteil des Bauernhauses, das Hans und Annegret bereits 1996 kaufen konnten. Ein Zuhause, das nicht nur aus Mauern besteht, sondern aus Geschichte, Entscheidungen und dem guten Gefühl, etwas Eigenes geschaffen zu haben. Seine drei Söhne kamen in den 90er Jahren zur Welt und füllten das Quintet der Familie Gerber aus. 

 

Wechsel nach Langenthal und Verantwortung, die mitwächst

Beruflich führte ihn der Weg von Weier später weiter. 2004 folgte der Wechsel nach Langenthal. Dort übernahm Hans Verantwortung zuerst eine Zeit lang als Fachleiter, dann wieder als Gruppenleiter bis 2022. Anschliessend wechselte er zur GLB Berner Mittelland nach Thörishaus.

 

«In vier Jahrzehnten sammelte ich viele Erinnerungen». Eine Aussage von Hans, wirkt dabei fast still und sagt doch enorm viel über Stabilität und Vertrauen: In all seinen 40 Jahren bei der GLB habe er kein einziges Mal auf den Lohn warten müssen. Für ihn ist das nicht bloss eine Formalität, sondern ein Zeichen von Verlässlichkeit – etwas, das im Arbeitsleben oft unterschätzt wird, bis es fehlt.

 

Baustellenmomente, die bleiben

Manche Baustellen gehen nicht vergessen, weil sie besonders gross waren sondern weil sie eine Geschichte tragen. Hans nennt etwa die Baustelle in der Oschwand, dort wurde ein Stall vergrössert. Einmal pro Woche konnte er nicht vor Ort sein, was er dem Bauherrn offen mitteilte. Der fragte prompt, ob Hans die Polierschule mache. Als Hans lachend erklärte, dass er nur wegen der Maurerlehre abwesend sei, gab es grosse Augen. Solche Momente erzählen viel darüber, wie mit Bescheidenheit und Können zugleich beeindrucken kann.

 

Auch eine Baustelle im Jura ist Hans präsent: 30 Minuten vor der Baustelle gab es keinen Empfang mehr und das rund 15 Minuten von den Bauherren entfernt. Wer etwas klären wollte, musste warten, bis mittags wieder ein Telefon möglich war. Und damit sind wir bei einem Thema, das Hans mit einem Augenzwinkern betrachtet: das Arbeiten mit dem Handy.

Auf die Frage, ob heute alles einfacher sei, meint er: Damals habe es ja auch schon Haustelefone gegeben, die konnten ebenfalls genutzt werden. Was sich aber wirklich verändert hat: «Es musste früher noch besser vorbereitet und vor Ort Entscheidungen getroffen werden, weil nicht ständig kurz nachgefragt werden konnte. Gleichzeitig sei der Austausch mit dem Büro auch damals schon hilfreich gewesen».

 

Spannend findet Hans, wie schnell sich die Technologie beim Telefonieren entwickelt hat während anderes erstaunlich ähnlich geblieben ist. Baupläne seien immer noch sehr ähnlich wie früher. Und er sagt sogar: Früher waren sie oft exakter. In Bezug auf die Digitalisierung im Bauwesen, sieht Hans noch Luft nach oben.

 

Mit Leib und Seele ein Betonierer

Wenn Hans über seine liebste Arbeit spricht, wird aus dem ruhigen Erzähler plötzlich jemand mit spürbarem Berufsstolz. Er liebt das Draussensein, das Handwerk, den Baustellenrhythmus. «Ich bin mit Leib und Seele ein Betonierer». Weiterbildungen gehörten für ihn immer dazu: Die Polierschule absolvierte er Anfangs der 2000-Jahre über drei Jahre, jeweils mittwochs und samstags in Burgdorf. Das verlangt Durchhaltewillen und ein Umfeld, das mitträgt.

 

3550_2026_12_100101_2Hans Gerber mit Hund Peri auf den selbstgebauten Terrassen-Hochbeeten.

 

Dass Hans heute stärker im Büro arbeitet, hat auch mit Rückenproblemen zu tun. Ohne diese Einschränkung wäre er wohl noch häufiger direkt auf der Baustelle. Doch er hat seinen Platz gefunden: Die Tätigkeit als Bauführer gefällt ihm am meisten. Offerieren, Baustellen begleiten, hinschauen, hinhören, früh erkennen, wo es Unterstützung braucht. Denn nicht jede Baustelle ist gleich: Je nach Grösse, Bauherrschaft und Situation braucht es mehr oder weniger Präsenz und vor allem ein gutes Gespür dafür, wo ein Problem entstehen könnte, bevor es eines wird.

 

Genauigkeit, Teamgeist und der Anspruch, fair zu bleiben

Hans beschreibt sich als ruhig, fröhlich und lustig aber auch als jemand, der bestimmt sein kann, wenn es nötig ist. Er arbeitet gern im Team und ist gleichzeitig sehr genau. «Ich bin schon eher pingelig», sagt er, vor allem mit sich selbst. Sauberkeit und Präzision sind für ihn keine Nebensache, sondern Teil der Berufsehre.

Eine der grössten persönlichen Herausforderungen war für ihn, die eigenen hohen Ansprüche nicht automatisch auf andere zu übertragen. Stattdessen hat er gelernt, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, ihre Stärken zu erkennen und sie gezielt zu fördern. Das ist Führung, wie sie im Alltag wirkt: nicht laut, aber nachhaltig.

 

Wenn aus Baustellenbeziehungen echte Begegnungen werden

Ein besonders schönes Beispiel dafür ist eine Geschichte aus der Zeit, als Hans praktisch wöchentlich Jauchegruben erstellte. Ein Bauherr war schon früh am Montagmorgen nervös, als Hans erst um 8 Uhr auf der Baustelle eintraf. Der Beton war bereits bestellt, die Ungeduld gross. Hans organisierte den restlichen Beton für Boden und Wände direkt vor Ort, packte mit an und band den Bauherrn so in die Arbeiten mit ein, dass dieser für die ganze Woche genügend zu tun hatte. Nach dieser Woche habe der Bauherr nie wieder gedrängelt. Im Gegenteil: Aus dem Kontakt entstand eine Art Freundschaft, und Hans war später noch öfter dort.

 

Ähnlich in Bolken, vor rund zehn Jahren wurde dort ein Wohnhaus umgebaut. Bis heute ist der Kontakt da, Einladungen zu Anlässen inklusive. Das sind die leisen Seiten des Bauens: Wo Arbeit nicht bei der Abnahme endet, sondern Beziehungen entstehen, weil das Geschäft fair, klar und zuverlässig bleibt.

 

Und natürlich gab es auch grosse Projekte, wie eine Siedlung in Wangen bei Olten, welche sehr eindrücklich war, wie Hans sagt. Solche Baustellen bleiben im Kopf.

 

Ausgleich: Hornussen, Natur und das Prinzip Team

Seinen Ausgleich findet Hans draussen: in der Natur und beim Hornussen. Die HG Wasen-Lugenbach ist für ihn nicht einfach ein Hobby, sondern ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Angefangen hat alles mit 25 Jahren an einem Plauschturnier für Nicht-Hornusser. Es lief so gut, dass er kurzerhand in die Mannschaft aufgenommen wurde. Später engagierte er sich als Präsident und in weiteren Funktionen.

 

Was ihn am Hornussen begeistert, ist das Miteinander von Jung und Alt: voneinander profitieren, voneinander lernen, Traditionen und Gepflogenheiten weitergeben. Teamfähigkeit ist dort nicht Theorie, sie ist Voraussetzung. Und genau das, sagt Hans, helfe auch im Beruf.

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Hans Gerber beim jährlichen GLB-Hornussen Turnier.

 

Ein besonderes Kapitel war der Bau des Vereinshauses. Eine Aufgabe, die «schön und nervenaufreibend» zugleich war von der Baubewilligung bis zur Fertigstellung. Die grösste Hürde: Grösse und Standort in der Landwirtschaftszone. Wer einmal so ein Projekt durch die Bewilligung gebracht hat, weiss, was es bedeutet, dranzubleiben.

 

Wünsche, die aus Erfahrung kommen

Am Ende sind Hans’ Ziele so bodenständig wie er selbst: unfallfrei bleiben und dass die GLB genügend Arbeit hat, um alle zu beschäftigen. Und privat: das Leben geniessen, sich ums Haus kümmern, Zeit mit der Familie und mit Schweizer Sennehund Peri verbringen. Nach 40 Jahren GLB ist Hans nicht jemand, der grosse Worte macht. Aber einer, der mit seinem Weg zeigt, washlt: Verlässlichkeit, Fachlichkeit, Teamgeist und das ehrliche Herzblut für den Bau.

 

 

Ein Hoch auf dein Wirken mit und für die GLB. Wir danken dir herzlich für deine Treue und Arbeit und wünschen dir gute Gesundheit, Freude an den GLB-Projekten sowie Zeit für Familie und Hobby. Es ist schön, dich in der GLB Family zu haben.