Jauchegrube in Schutzzone S3

Das Bauen in der Schutzzone S3 bedeutet, dass es kompromisslos dicht und nachvollziehbar sein muss. In einer Grundwasserschutzzone ist die Messlatte sehr hoch, daher wurde diese Jauchegrube so geplant und gebaut, dass die Dichtheit nicht nur behauptet, sondern dauerhaft überprüft werden kann. 

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Neubau einer 900m³ Jauchegrube in der Grundwasserschutzzone S3 mit verdeckter Leckerkennung, Kontrollschacht und Absetzbecken mit digitaler Überwachung. Eine Herausforderung, welche Genauigket und Teamwork beansprucht.

 

Jauchegrube mit verdeckter Leckerkennung bei Familie Studinger in Däniken

Wie kann eine rund 900m³ grosse Jauchegrube in der Grundwasserschutzzone S3 gebaut werden, ohne einen Tropfen zu riskieren? Genau diese Frage stand bei einem Projekt im Niederamt im Zentrum. Die Vorgaben waren klar: Leckerkennung und ein Absetzbecken für die Betonarbeiten waren vorgeschrieben und aus unserer Sicht auch der richtige Weg, um den Gewässerschutz konsequent umzusetzen.

 

Die Herausforderung: Null‑Fehler‑Toleranz in sensibler Umgebung

Bauen in einer Schutzzone bedeutet: saubere Planung, saubere Ausführung und saubere Nachweise. Gerade bei Anlagen wie einer Jauchegrube sind es nicht die grossen Betonmengen, die am meisten Aufmerksamkeit brauchen, sondern die entscheidenden Details.

 

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Aufbau der Jauchegrube: Bodenplatte, Gefälle und klarer Kontrollpunkt

Nach dem Aushub wurde eine stark bewehrte Bodenplatte betoniert. Darauf folgte Sickerbeton mit Gefälle als Teil der Leckerkennung. Falls irgendwo Feuchtigkeit auftreten sollte, wird sie gezielt in die Kontrollstrecke geführt.

Entlang der Seiten verläuft ein Sickerrohr, das in einen mittig angeordneten Kontrollschacht mündet. Der Schacht liegt verdeckt im Erdreich und hat eine einfache Logik: Er muss trocken bleiben. Jede Feuchtigkeit wäre ein unmittelbarer Hinweis auf eine Undichtigkeit.

 

«Am meisten Zeit investierten wir nicht in die Kubikmeter Beton, sondern in die Details: Bewehrung, Anschlüsse, Gefälle, saubere Arbeitsabläufe. Dort entscheidet sich die Qualität.»

 

Dominic Kobel, Fachleiter Baumeister GLB Oberaargau in Langenthal

Kobel Dominic 2021

 

Das Rührwerk in der Jauchegrube sorgt für die optimale Strömung und Durchmischung, damit die Anlage im Alltag zuverlässig funktioniert.

 

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Saubere Betonarbeiten: Absetzbecken mit digitaler Überwachung

Gewässerschutz endet nicht beim fertigen Bauwerk, er beginnt auf der Baustelle. Für die Betonarbeiten setzten wir ein Absetzbecken von Condecta mit digitaler Überwachung ein. Darin werden Geräte kontrolliert gewaschen, Feststoffe setzen sich als Schlamm ab und das Wasser wird mit CO neutralisiert. Das gereinigte Waschwasser wird kontrolliert abgeleitet, der Schlamm fachgerecht entsorgt. Sämtliche Werte werden lückenlos protokolliert und belegbar dokumentiert.

 

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Abschluss: Mehr Tierwohl, klarere Abläufe und eine Lösung mit Zukunft

Mit der neuen Jauchegrube wurde nicht nur eine sichere Lagerlösung geschaffen, sondern auch die Basis für den nächsten Entwicklungsschritt auf dem Betrieb gelegt. Der ehemalige Stall wurde zum Jungvieh und Rindermaststall umgebaut. Das Tierwohl hatte stets oberste Priorität. Mehr Bewegungsfreiheit, klarere Strukturen und ein Stallkonzept, das Ruhe in den Alltag bringt.

 

Die Fressachse ist heute konsequent geführt und reicht über die Jauchegrube hinaus. Zusätzlich wurde die Fläche auf der Jauchegrube optimal mit einem Anbau genutzt. Es entstanden Laufhof, Mistplatz und Liegeboxen auf der Jauchegrube. So verbindet das Projekt konsequenten Gewässer- und Umweltschutz mit einem spürbaren Plus an Komfort und Funktionalität für die Tiere und optimierter Arbeitsabläufe für den Betrieb.

 

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