Mit viel Eigenleistung, klaren Zielen und grossem Zusammenhalt hat die Familie Krummen ihren Betrieb in Mühleberg Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Langjährige Pacht mit vertrauensvoller Zusammenarbeit
Die BKW ist Eigentümerin des Betriebs, dieser wird jedoch seit 90 Jahren an die Familie Krummen verpachtet. Das Verhältnis zwischen Pächter und Eigentümer ist freundschaftlich geprägt. Seit 30 Jahren steht der Familie derselbe Ansprechpartner zur Seite, was für Kontinuität und Vertrauen sorgt.
Schrittweise Umstellung hin zu mehr Arbeitserleichterung
Die Umstellung von der Anbinde- zur Laufstallhaltung war nur ein Meilenstein in der Weiterentwicklung des Betriebs. Schon seit längerem verfolgt die Familie Krummen das Ziel, die tägliche Arbeit zu erleichtern und Abläufe zu optimieren.
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Den Anfang machten der Neubau eines Laufstalls für das Jungvieh und die Sanierung der Jauchegrube. Darauf folgte die Anpassung des Auslaufs zum Laufhof für das Jungvieh. Schliesslich wurde der Anbindestall in einen Laufstall umgebaut. Mit dem jüngsten Projekt hat die Familie ein weiteres Etappenziel erreicht: Es spart zwar nicht direkt Zeit in der Tierbetreuung, erleichtert die Arbeit jedoch deutlich.
Moderner Melkstand für ergonomisches Arbeiten
Kernstück der Neuerungen ist ein neuer 2x4-Parabonde-Melkstand mit höhenverstellbarem Boden.
Die Vorteile:
- Kunststoffmatten sorgen für ein angenehmes Stehen.
- Die Arbeitshöhe kann individuell angepasst werden.
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So werden Fussgelenke geschont und der Rücken entlastet, da in aufrechter Haltung gearbeitet werden kann und eine dauerhafte gebückte Position entfällt.
Effiziente Fütterung dank Futterband
Durch die Erhöhung der Decke konnte ein Futterband installiert werden, das mit einem Mischwagen befüllt wird. Dadurch ist nur noch eine Fütterung in 24 Stunden notwendig. Die Tiere haben dennoch jederzeit Zugang zu frischem Futter – bei reduziertem Arbeitsaufwand für die Familie.
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Sauberkeit im Laufgang mit Abschieberoboter
Für saubere Laufgänge sorgt «Röbi», der Abschieberoboter der Familie. Er hält den Laufgangbereich kontinuierlich sauber. Die Einstreu wird einmal pro Woche mit einem Einstreugerät und dem Traktor eingebracht. So bleibt die Umgebung der Tiere hygienisch und gepflegt.
Gemeinsame Planung am Küchentisch
Die Planung des Umbaus dauerte über eineinhalb Jahre. Besonders daran ist, dass die ganze Familie aktiv mitgearbeitet hat. Die Pläne lagen ständig auf dem Küchentisch. Sobald jemand eine Idee hatte, wurde sie eingezeichnet oder notiert. Alle Vorschläge und Einwände wurden gemeinsam im Familienkreis diskutiert und beurteilt.
Gleich viele Tiere – neue Haltungsform
Trotz der Umstellung auf das Laufstallsystem bietet der Betrieb heute gleich vielen Tieren Platz wie zuvor im Anbindestall. Die baulichen Anpassungen wurden so geplant, dass Tierbestand und Tierwohl im Einklang bleiben.
Engagierte Kinder mit eigenen Projekten
Auch die drei Kinder der Familie bringen sich mit eigenen Projekten ein:
-Matthias, der Älteste, ist Ziegenzüchter und Schwinger. Er befindet sich in der Ausbildung zum Milchtechnologen und absolviert zusätzlich eine Zweitlehre als Landwirt.
-Lukas, der Zweitälteste, ist Schafzüchter und begeisterter Traktorfahrer. Auch er möchte später als Landwirt arbeiten.
-Die jüngste, Saskia, ist eine leidenschaftliche Reiterin und liebt alles, was mit Pferden zu tun hat.
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Alle drei unterstützen ihre Eltern, Daniel und Sandra, tatkräftig im Betrieb – besonders während der Umbauphase waren sie stark gefordert.
Herausfordernde Entscheidungen zu Beginn der Bauphase
Bereits bei der Baustartsitzung an einem Montag zeigte sich eine erste grosse Herausforderung: Eine ganze Reihe Kühe konnte entgegen der ursprünglichen Planung nicht im Stall bleiben. Bis Donnerstag derselben Woche war die Reihe komplett geräumt.
Daniel musste in kurzer Zeit schwierige Entscheidungen treffen:
- Drei Kühe wurden galt gesetzt,
- zwei Tiere geschlachtet,
- fünf verkauft
- und drei Tiere konnten bei einem Freund untergebracht werden.
Diese Phase war emotional und organisatorisch anspruchsvoll, legte aber den Grundstein dafür, dass der Umbau wie geplant starten konnte.
«Es isch scho extrem hert gsi, so öpis müesse ds entscheide».
Daniel Krummen, Bauherr
Weiterer Ausbau mit Fokus auf Tierwohl
Nach den ersten Entscheiden konnte mit den eigentlichen Umbauarbeiten gestartet werden – insbesondere mit dem Einbau des neuen Melkstandes. Gleichzeitig wurde eine neue Abkalbebox erstellt und der Kälberstall in den Gesamtbetrieb integriert.
Im Kälberstall investierte die Familie in eine Freshlight-Beleuchtung. Das Vollspektrum-Sonnenlicht fördert die Bildung von Vitamin D3. Dank Ionisierung werden Staub, Schmutzpartikel sowie Bakterien und Viren deutlich reduziert. Das führt zu einer besseren Gesundheit der Kälber und senkt das Krankheitsrisiko spürbar.
Intensive Bauphase für die ganze Familie
Die gesamte Bauphase war sehr intensiv. Der Bauherr beschreibt es so: «Ig ha mi aube vor de 7ne ine gschliche, dasi zmingscht ha chönne zmorge ässe» – sonst wäre er bereits frühmorgens durch Fragen und Entscheide aufgehalten worden.
In dieser Zeit erledigte Lukas einen grossen Teil der Arbeiten auf dem Ackerland. Die Verantwortung und die viele Praxis gefielen ihm sehr und zeigten, wie stark die Kinder bereits im Betrieb mitwirken.
Rückblick mit wichtigen Erkenntnissen
Wenn Daniel heute an die Bauzeit zurückdenkt, würde er im Nachhinein prüfen, ob sich gewisse Bereiche der Landwirtschaft für die Umbauphase auslagern liessen. Im vergangenen Jahr war dies jedoch aufgrund der Witterung kaum möglich. Die Bauzeit machte deutlich, wie eng Landwirtschaft und Bauablauf miteinander verflochten sind.
«Sehr anstrengende, aber auch eine sehr schöne Zeit. Am Resultat erfreut sich auch heute die ganze Familie jeden Tag.»
Daniel Krummen, Bauherr
Gemeinsame Mahlzeiten stärken den Zusammenhalt
Eine besondere Rolle spielte das gemeinsame Mittagessen. Es wurde von den Bauarbeitenden ebenso geschätzt wie von der Familie. Dadurch entstand ein spürbar stärkerer Zusammenhalt auf der Baustelle.
War Sandra am Morgen auswärts arbeiten und kam erst zum Mittagessen nach Hause, halfen die Handwerker oft selbstverständlich beim Tischdecken oder Abräumen mit. Der Einsatz aller Beteiligten war sehr hoch – bei einigen hatte man fast den Eindruck, es handle sich um ihr eigenes Projekt.
Belastung, Teamgeist und ein positives Fazit
Während der Bauphase fiel im Gespräch immer wieder der Satz: «I gloube i ha eifach zersch müesse 50gi wärde für sones Projekt.» Er macht deutlich, wie gross die persönliche und zeitliche Belastung war.
Auf die Frage nach Krisenzeiten meint Daniel: «D Sandra u ig si scho viu ds lang zäme, für das üs so öpis chönt us dr Bahn wärfe.» Der starke Zusammenhalt innerhalb der Familie war ein entscheidender Faktor, um dieses Projekt erfolgreich umzusetzen.
Am Ende stehen die Zufriedenheit der Familie, der Kundschaft und nicht zuletzt das Wohl der Tiere im Mittelpunkt.
