Wie das Restaurant zum Mehrfamilienhaus wurde

Wie kam es von der kleinen Gaststube zum Mehrfamilienhaus? Wir treffen die Bauherrschaft zum persönlichen Interview und blicken hinter die Kulissen dieses Projekts. 

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Was soll mit dem Restaurant Borisried geschehen? Neue Pachtende? Oder doch eine Umnutzung des Gebäudes? Vor dieser Entscheidung standen Fritz und Elisabeth Rothen. Wir haben die Bauherrschaft zum Interview getroffen, welche Ihnen die Geschichte des Gebäudes mit dem besonderen Charme erzählen.  

 

Rothen_Borisried_Bauherrschaft

Welche Geschichte hat dieses Gebäude?

Das Gebäude wurde zwischen 1800–1850 erbaut und war ursprünglich ein Landwirtschaftsbetrieb mit einer kleinen Gaststube. Es wies zu Beginn keine grosse Grundfläche auf, das Gebäude wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert. 1959 konnte der Vater von Fritz Rothen die Liegenschaft erwerben. Das Wirtshaus und der gesamte Betrieb wurden für die nachfolgenden 12 Jahre verpachtet. 1971 übernahmen wir als junges Ehepaar, Fritz (26 Jahre) und Elisabeth (22 Jahre) die komplette Liegenschaft mit dem Wirtshaus. In der Umgebung war die Skepsis gross, ob wir dies auch wirklich stemmen würden. Die folgenden Jahre waren durch wenig Schlaf und viel Arbeit geprägt. Dazu kamen die vier wunderbaren Kinder, welche wir zur selben Zeit grossgezogen haben. Im Jahr 2012 konnten wir auf 40 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Ab dann haben wir die Wirtschaft für weitere 6 Jahre verpachtet.

 

Umbau oder Restaurant weiterführen?

Nach der Auflösung des Pachtvertrags im Jahr 2017 wurde nach einem weiteren Pächter gesucht, leider blieb die Suche erfolglos. Eine familieninterne Nachfolge kam nicht infrage. Was nun, soll das Restaurant weitergeführt werden oder nicht? Was könnte sonst daraus gemacht werden? Für uns war wichtig, dass das Gebäude mitsamt seinem Charakter erhalten bleibt. Genau in diesen Elementen soll das Gebäude weiterleben und die Geschichte im alten Holz wiedererkannt werden.

 

Eine Umnutzung, aber wie und was genau?

Eine Kombination aus Restaurant und Wohnungen? Nein, das Risiko von zu hohem Lärmpegel und unzufriedenen Mietenden ist zu gross. Ein weiteres Problem würde sich mit einem neuen Pachtvertrag zeigen, was zeit- und nervenaufreibend wäre. Fazit: Das ganze Gebäude wird neu als Wohnraum genutzt. Wohnungen sind immer gesucht und an einer solchen Lage mit der Weitsicht sicher auch nicht schwer zu vermieten. Am Ende entstanden 6 moderne und helle Wohnungen mit Elementen, welche die Geschichte des Gebäudes widerspiegeln.

 

Wie kam der Entscheid, den Bau mit der GLB zu realisieren?

Die GLB war von Anfang an ein Thema, wir kannten die Mitarbeitenden von deren Restaurant-Besuchen wie auch deren Väter. Damit wir einen Vergleich hatten, holten wir trotzdem noch eine Gegenofferte ein, diese konnte aber nicht überzeugen. Michael Woodert von der Abteilung Planung gab uns mit seiner ruhigen und strukturierten Art Sicherheit und Zuversicht. Unser Wunsch, den Charakter des Gebäudes zu erhalten, wurde ernst genommen und beim Planen sowie in der Realisierungsphase umgesetzt.

 

Welche Rolle hat die Bauherrschaft auf der Baustelle übernommen?

Die Ausräum-Arbeiten wie auch der Abbruch (gemäss Lieferschein über 100 Tonnen Abbruchmaterial) wurden komplett durch uns getätigt. In der Bauphase waren wir jeden Tag auf der Baustelle und haben die Handwerker tatkräftig unterstützt mit Wischen, Putzen oder auch mit «Drischnurre» (Zitat Fritz). Auch wenn die Baustelle aufgeräumt war, habe ich jeden Abend noch einmal gewischt. Nach der Bauvollendung habe ich die komplette Reinigung aller Wohnungen in Eigenregie erledigt.


Die Bauführung wurde an Herrn Christian Messerli übertragen. Wir sind äusserst zufrieden mit seiner zuverlässigen und pflichtbewussten Art. Er hat uns den Druck von den Schultern genommen und war immer für unsere Fragen da.

 

Was waren die grössten Herausforderungen in der Bauphase?

Die Verstärkung der Dielen und Böden konnte nicht mit Holz gelöst werden, da der Aufbau zu hoch geworden wäre. Die Lösung des Problems bestand in einer schlankeren Metallkonstruktion.

 

Ausserdem war das Wetter in diesem Sommer nicht immer auf unserer Seite. 2021 hat es viel geregnet und die fehlenden Dachrinnen waren zu diesem Zeitpunkt nicht optimal. Als ich den Boden im Keller fertig gestrichen hatte, kam ein Regenschauer. Durch die fehlenden Dachrinnen lief sehr viel Wasser in den Keller, das hat meine ganze Arbeit zunichtegemacht (Zitat Elisabeth).

 

Eine grosse Planänderung kam mit dem Wunsch, die Lukarne von 2 m auf 3 m zu verbreitern. Dies verursachte eine Planungsänderung, welche durch die Gemeinde wiederum noch einmal genehmigt werden musste.

 

Worüber haben Sie sich am meisten gefreut?

Dass das Terminprogramm eingehalten werden konnte sowie die sehr angenehme Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden. Die «Znünipause» haben wir fast immer alle zusammen verbracht und uns so auch besser kennengelernt. Sehr eindrücklich war die Lieferung und auch die Montage der Lignatur (Hohlkastenelement) Elementen. Ein eindeutiges Highlight gab es nicht, jeder Tag war ein Erlebnis für sich und gefüllt mit vielen Eindrücken.

 

Wie erlebten Sie die Handwerkerinnen und Handwerker auf der Baustelle?

Allesamt waren sehr tüchtig und mit ihrer Kraft und dem eindrücklichen Fachwissen auf ganzer Linie überzeugend. Alle waren freundlich, zuvorkommend und wussten, was sie taten. Die GLB bildet eine Einheit von freundlichen und zuverlässigen Mitarbeitenden, welche mit Freude und Elan bei der Arbeit sind.

 

Die GLB bedankt sich herzlichst bei der Bauherrschaft für den wertvollen Auftrag und viel mehr für das entgegengebrachte Vertrauen. Nun wünschen wir allen Bewohnenden wunderbare Stunden im frisch sanierten Eigenheim. 

 

Impressionen Innenbereich

Rothen_Borisried_Innenbereich

Rothen_Borisried_Kueche

Rothen_Borisried_Bad

Rothen_Borisried_Nahaufnahme