Steigende Energiekosten und veraltete Gebäudehüllen machen energetische Sanierungen im Bestand aktueller denn je. An der Steinhofstrasse 15+17 in Burgdorf zeigt ein Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1974, wie sich eine Fassadensanierung nachhaltig, effizient und architektonisch überzeugend umsetzen lässt, ohne die Bewohner unnötig zu belasten.
Ausgangslage: Energetisch nicht mehr zeitgemäss
Nach rund 50 Jahren war klar: Die Gebäudehülle musste verbessert werden. Die Anforderungen waren dabei eindeutig:
- deutlich bessere Wärmedämmung zur Reduktion der Heizkosten
- nachhaltige Materialwahl mit Fokus auf Ökologie
- schneller Bauablauf durch Vorfertigung
- möglichst geringe Störungen für die Bewohner während der Bauphase
Innovative Lösung statt Styropor: gedämmte Holzelemente
Statt die Fassade klassisch mit Styroporplatten zu dämmen, entschied sich das Architekturbüro Grimm Architekten für eine zeitgemässe Alternative: eine Ummantelung aus gedämmten Holzrahmenelementen.
Der entscheidende Vorteil: Die Elemente konnten im Werk vorbereitet und anschliessend vor Ort in kurzer Zeit montiert werden. Das reduziert nicht nur die Bauzeit, sondern sorgt auch für einen deutlich ruhigeren und planbareren Ablauf auf der Baustelle.
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Digitale Präzision: 3D-Laserscanning für passgenaue Planung
Damit neue Fassadenelemente am Bestand perfekt sitzen, braucht es exakte Daten. Hier kamen moderne Methoden wie 3D-Laserscanning zum Einsatz. Durch das dreidimensionale Aufmass liessen sich die Holzrahmenelemente:
- passgenau planen
- problemlos an den Bestand anpassen
- effizient vorfertigen
Ein weiterer Pluspunkt: Auch die GLB-Holzmetallfenster wurden bereits im Werk in die Elemente integriert. Das minimierte die Arbeiten in und an den Wohnungen zusätzlich.
Holzfaserdämmung: winterwarm, sommerlich angenehm
Die Holzkonstruktion wurde mit eingepasster Holzfaserdämmung ausgeführt. Diese bietet nicht nur einen sehr guten Schutz gegen Kälte, sondern wirkt auch gegen sommerliche Überhitzung. Das Ergebnis: ein angenehmes Raumklima über das ganze Jahr.
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Nachhaltigkeit: besserer CO2-Fussabdruck als Styropor
Holz ist ein nachwachsender, heimischer Rohstoff und damit ein zentraler Baustein für nachhaltiges Bauen. Im Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen überzeugt Holzfaserdämmung insbesondere durch einen deutlich besseren CO2-Fussabdruck in der Herstellung. Für die Bauherrschaft war das ein entscheidendes Kriterium: Die Sanierung sollte nicht nur energetisch sinnvoll, sondern auch ökologisch konsequent sein.
Architektur mit regionalem Bezug: Emmentaler Weisstanne als Gesicht der Fassade
Neben der Technik spielte auch die Gestaltung eine wichtige Rolle. Eine vorvergraute Emmentaler Weisstannenschalung, welche die Region widerspiegelt war die perfekte Lösung dafür. Ein besonderes Detail sorgt für Wiedererkennung: Die tannenförmige Anordnung der horizontalen Stösse verleiht dem Gebäude eine markante Ästhetik.
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Schnell umgesetzt: 7 Monate von Aufmass bis Montage
Das Projekt unterstreicht, wie effizient Sanierungen mit Holzelementen umgesetzt werden können:
- 7 Monate vom 3D-Aufmass über Planung und Fertigung bis zur Montage
- davon nur 3 Monate Bauzeit vor Ort
- Abschlussarbeiten in den Wohnungen auf ein Minimum reduziert
Gerade im bewohnten Zustand ist das ein zentraler Vorteil für Eigentümer wie für Mieter.
Nachhaltige Sanierung im Bestand wirtschaftlich und ästhetisch überzeugend
Die Fassadensanierung an der Steinhofstrasse in Burgdorf zeigt eindrücklich, was diese Holzbauweise im Bestand leisten kann: kurze Bauzeiten, hohe Energieeffizienz, bessere Ökobilanz und ein starker architektonischer Ausdruck. Ein Projekt, das beweist: Nachhaltige Sanierungen sind heute nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll und gestalterisch attraktiv.
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