Bijou mit Herausforderungen – Neubau Zweifamilienhaus

Kurt Blindenbacher, 22. Apr 2021

Hanspeter und Brigitte Kohli besitzen ein Wohnhaus, welches in die Jahre gekommen ist. Sie gelangen mit dem Anliegen an die GLB, das Objekt zu ersetzen oder gegebenenfalls umzubauen und zu vergrössern. Es beinhaltete ursprünglich zwei Wohnungen. Diese wurden erst von den Eltern von Hanspeter bewohnt, später von den Söhnen Florian und Joshua. Das Haus steht beim ehemaligen Alpengarten in Thörishaus, in einer Waldlichtung, wo Familie Kohli eine Gemüsegärtnerei betreibt. 

Neubau_2FH-min

Es galt nun, die Möglichkeiten mit den zuständigen Behörden abzuklären; insbesondere waren das Kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung sowie das Bauinspektorat Köniz involviert. Der Abbruch von Nebengebäuden und die damit geopferten Flächen und Volumen wurden in die Waagschale geworfen. Dies half mit, möglichst viel für das Projekt herauszuschlagen, indem unter Berücksichtigung von Flächen- und Volumenvergleichen die optimalen Gebäudemasse festgestellt werden konnten. Die Variantenvergleiche zeigten bald einmal, dass ein Neubau gegenüber einem Um- und Anbau mehr Vorteile aufweisen. Das Projekt konnte weiter optimiert werden, indem die Nebenräume (Haustechnik, Waschküche, Keller etc.) unterirdisch – an das Hauptgebäude anschliessend – erstellt wurden. Dadurch konnte das Hauptgebäude mit wertvollen Zimmern ergänzt werden. Die Hanglage erlaubte im Untergeschoss eine ideale Belichtung von 3 Seiten.

Massnahmen
Bedingt durch die starke Hanglage wurde die Baugrube für das neue Wohnhaus inkl. der angrenzenden unterirdischen Räume fast senkrecht ausgehoben. Dies war dank der fast 4 Meter hohen Nagelwand (Gunitwand) möglich. Mit etwas Abstand zur Nagelwand konnte dann der Neubau in diese Baugrube hineingestellt werden. Der Zwischenraum zur Nagelwand wurde mit Sickerkies aufgefüllt und dient als Schutzzone vor Hangwasser, welches abgeleitet wird. Ebenso wurde auch für die Autoabstellplätze mittels eines Aushubes mit Nagelwand Platz geschaffen. 

Neubau
Der Neubau umfasst eine 5½-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss und Untergeschoss mit zwei Nassräumen und einer wunderbaren Küche mit Arbeitsinsel sowie eine 2½-Zimmer-Wohnung mit Galerie im Obergeschoss. Neben dem Haus befinden sich ein grosszügiger, gedeckter Sitzplatz sowie verschiedene, offene Sitzplatzbereiche. Eine ansprechende Kombination aus Natursteinmauern und Böschungen trägt dem steilen Gelände Rechnung. Das ganze Haus ist ab Boden Erdgeschoss aussenseitig mit einer Holzschalung eingekleidet: dies war eine Auflage der Behörden. Dadurch erhält es den gleichen Charakter wie die beiden in der Nähe stehenden Gebäude. 

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Konstruktion
Die Aussenwände im Erdgeschoss sind mit Cap 365 gemauert, einem Einsteinmauerwerk mit integrierter Wärmedämmung. Die Wohnungstrenndecke über dem Erdgeschoss ist aus Beton. Die Aussenwände im Obergeschoss sind in Holzkonstruktion ausgeführt. Die erste Sparrenlage ist von innen sichtbar, die zweite ist ausgedämmt und bildet auch die Vordächer. Die unterirdischen Bauteile wurden entsprechend abgedichtet. Die Vorplätze und Terrassen sind fast auf gleichem Niveau wie die Böden im Haus, was dank Entwässerungsrinnen vor den Türen möglich war.

Technik
Eine Indach-PV-Anlage von je 39 m2 auf den beiden Hauptdachseiten sowie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Pufferspeicher tragen massgeblich zur Energieversorgung bei. Die Wärmeabgabe erfolgt über Fussbodenheizungen. Der Neubau wird mit privatem Quellwasser versorgt und ist mit einer Entkalkungsanlage ausgestattet.

Nutzung und Eigenleistung
Die 5½-Zimmer-Wohnung ist vermietet und die 2½-Zimmer-Wohnung wird von Joshua, einem der Söhne von Hanspeter und Brigitte, bewohnt. Wir freuen uns mit der Bauherrschaft zusammen über das gelungene Bauwerk. Wir sind überzeugt, dass der Wunsch, den Hanspeters Eltern äusserten, «machet öppis Schöns», erfüllt werden konnte. Das Gebäude fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und wird Familie Kohli auch langfristig dienen können. Wir durften dieses Bauwerk als Gesamtauftrag ausführen. Lediglich der Aushub mit Nagelwand wurde durch ein spezialisiertes Unternehmen vollzogen und die Elektroinstallationen inklusive Photovoltaik-Anlage durch die Firma, in der Florian, einer der Söhne von Kohlis, arbeitet. Florian und Joshua haben sich mit verschiedenen Eigenleistungen eingebracht, was sich entsprechend bezahlt machte.

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